Mahl-Zeit

Immer wieder werde ich von engagierten Yogaschülern gefragt, wie man es vermeiden kann, den ganzen Tag hungrig zu verbringen, wenn man abends noch zum Yogaunterricht geht.

Das Problem: Viele Menschen haben ihre Hauptmahlzeit abends nach Feierabend und begnügen sich während des langen Arbeitstages in der Mittagspause mit dem mitgebrachten Brot. Da ist abends zu Hause der Hunger und der Appetit sehr groß. Aber selbst wer mittags sich in der Kantine satt isst, hat eine lange Zeit ohne Essen vor sich, wenn abends noch Yoga angesagt ist. Dann kommt man gegen 22 Uhr nach Hause und hat keine Lust mehr auf aufwendige Essenszubereitung, ganz abgesehen davon, dass es dafür eigentlich auch schon viel zu spät ist.

Warum nicht nach Feierabend noch eine frühe Abendmahlzeit? Nun, unser Yogaunterricht ist durchaus anstrengend, auch wenn es sich hier nicht um eine vorrangig schweißtreibende sportliche Variante handelt. Zudem kommt dazu, dass wir intensive Drehungen üben und auch lange Zeit die Umkehrpositionen halten. Dies alles bedeutet, dass es nicht förderlich wäre, vor dem Yogaunterricht eine Mahlzeit einzuplanen. Ein Minimum von zwei Stunden zwischen der letzten größeren Mahlzeit und dem Beginn des Yogaunterrichts ist so die Regel. Wobei ich festgestellt habe, dass dies für mich persönlich nicht ausreichend ist. Nach Feierabend kommt also höchstens wieder eine Scheibe Brot in Frage.

Entweder übt man sich in Askese und gibt sich mit drei oder vier kleinen Mahlzeiten mit ein paar Scheiben Brot zufrieden (meistens geht man auch nur ein Mal in der Woche zum Yogaunterricht, das könnte man dann noch verkraften). Oder man hat ein Problem.

Ich kann meinen Schülern keine Lösung anbieten. Ich habe dasselbe Problem. Ich komme jeden Tag sehr spät nach Hause und muss dann unbedingt „etwas Richtiges“ essen. Tagsüber esse ich sehr wenig und sehr einfach, so dass ich abends noch koche. Mit der Folge, dass ich superspät ins Bett komme und dann mit vollem Bauch. Dieses Verhalten ist nicht unbedingt gesund, das ist mir klar. Ich habe im Laufe der Jahre immer mal versucht, dies zu ändern. Es hat nicht funktioniert. Ich möchte mitten am Tag nicht kochen und eine große Mahlzeit zu mir nehmen, nur um dann abends an einer Scheibe Brot herum zu kauen. Das befriedigt meinen Appetit nicht und geht auch gegen meine lebenslange Neigung in Bezug auf Essens- und Mahlzeitengestaltung.

Allerdings fühle ich mich mit dem gegenwärtigen Verhaltensmuster auch nicht wohl. Ich bin relativ robust und habe kein Problem damit, gegen Mitternacht eine komplette Mahlzeit einzunehmen und danach ins Bett zu gehen. Ich kann gut schlafen und meine Verdauung ist in Ordnung. Aber langfristig gesehen ist das wohl eher nicht gesundheitsförderlich.

Also habe ich jetzt beschlossen, heldenhaft dieses Verhalten zu ändern, indem ich abends nichts mehr esse. Ich gehe damit gegen eine lebenslange Gewohnheit an, denn schon als Kind konnte ich abends nicht ins Bett gehen, wenn ich nicht kurz vorher etwas gegessen hatte. Spätes Abendbrot kam mir schon immer entgegen und meine Mutter reagierte mitunter entsetzt, wenn wir vom Besuch der Großeltern zurückkamen (wo wir Abendbrot gegessen hatten) und ich dann zu Hause fragte, wann es denn endlich Abendbrot gibt.

Wie man sieht, ist mir diese Mahlzeit heilig! Ich bin also gespannt, wie mir mein neuer Vorsatz gelingt und wie es mir damit geht. Ich habe mich wochenlang damit beschäftigt und seelisch darauf vorbereitet, und habe damit die besten Startbedingungen. Ab morgen!

 

 

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2 Gedanken zu “Mahl-Zeit

  1. viel Erfolg bei deinem Dinner-Canceling-Vorsatz. In meinem ersten Hatha-Yoga-Abendkurs hatte mir unwissend den Bauch vollgeschlagen, um in den 2 Stunden nicht hungrig zu werden. Das war ein Fehler (siehe meine Beichte auf http://blog.yogastudios.at/yogastudio-in-wien-floridsdorf-tat-twam-asi ). Seit dem esse ich vor den Yogaeinheiten nichts mehr und eigentlich habe ich – auch bei intensiven Asanas – nicht viel Hunger.

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