Im Hier und Jetzt

Mein Saftexperiment läuft immer noch und es wird mit der Zeit immer selbstverständlicher, dass ich abends nichts mehr esse. Die „Folgen“ des Safttrinkens sind durchweg positiv und eigentlich möchte ich davon sogar schon mehr…

Die ersparte Verdauungsarbeit lässt mir mehr Energie für andere Dinge, wie z. B. Yoga üben oder auch einfach nur (konzentriertes) Denken. Das Denken geht auch andere Wege, die es vorher nur zögerlich oder mit großer Anstrengung eingeschlagen hat. Es kommen Ideen, Inspirationen, Gedanken und dann auch Taten, an die vorher nicht zu denken war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich fühle mich auch geistig genährter, beweglicher, flexibler. Habe mehr „Traute“, Dinge anzustoßen oder anzupacken. Als hätte jemand einen Schleier weggezogen. Und ich frage mich oft, warum das alles vorher nicht ging…

Leben heißt Veränderung. Auch Veränderung der Gewohnheiten. Wer sich gegen Veränderungen sperrt, verweigert sich dem Leben. Die letzten Wochen habe ich oft feststellen können, dass das Eine zum Anderen führt, ein Ding zum anderen kommt. Der Weg zeigt sich, wenn bzw. während man ihn geht.

Wir sind in unserem konsumberauschten und temporeichen Leben immer so darauf bedacht, keine Gelegenheit zu verpassen, alles mitzunehmen, kein Schnäppchen zu verpassen. Aber wenn es darum geht, in Bezug auf uns selbst aufmerksam zu sein, gesünder zu leben oder einfach unsere Situation zu verbessern, dann ist es plötzlich ein riesiges Problem, auch wirklich zu handeln. Selbst wenn wir wissen, dass wir uns mit bestimmten Gewohnheiten eigentlich selber schaden oder uns zumindest in unserer Entfaltung hemmen, dann nehmen wir lieber alle negativen Folgen auf uns als dass wir liebgewonnene Gewohnheiten ändern. Wir müssen diese Gewohnheiten JETZT ändern. Wir warten immer auf bessere Zeiten, denn gerade jetzt ist es eher schlecht, es passt gerade nicht, oder es spricht jenes dagegen. Ich kann jetzt nicht. Vielleicht später.

Ich kann nur immer sagen: Einfach machen.

Ist es nicht auch so mit all den Dingen, die wir eigentlich auch noch gerne machen würden? Ich habe diese oder jene Leidenschaft, ich würde so gerne das noch lernen, ein komplett anderer Beruf wäre toll. Aber dieses Hobby kann ich nicht auch noch in mein durchstrukturiertes Leben quetschen, ich habe einen Alltag zu bewältigen, Verpflichtungen, die Kinder, der Beruf, der Ehemann….

Aber irgendwann ist die Zeit vorbei. Es wird irgendwann zu spät sein. Warum nicht JETZT?

Man fühlt sich so viel zufriedener nach einer Änderung. Auch wenn die Durchführung schwerfällt, wenn wir diese Änderung tief in uns wirklich wollen, dann ist die damit verbundene kurze Leidenszeit doch wirklich zu verschmerzen.

Unsere Bequemlichkeit hindert uns daran, unser volles Potenzial zu leben.

Warum gehen wir nicht Schritt für Schritt in Richtung unserer Träume oder Wünsche? Auch wenn wir denken, dass sie sich nie erfüllen können, die Hindernisse einfach zu groß sind.

Es ist wie beim Yoga, wenn wir ein neues Asana, eine neue Körperstellung lernen. Nicht an das Ergebnis denken, an die Idealvorstellung, an das Foto vom großen Meister. Stück für Stück, in kleinen Schritten sich die Position erarbeiten, jede Bewegung und jede Veränderung bewusst mitnehmen. Wie ein Bildhauer aus einem Klotz eine wunderbare Skulptur erschafft, so erschaffen wir mit der Zeit ein Asana, eine Veränderung, eine Erfahrung, einen neuen Zustand.

Auch wenn wir nur den Mut oder die Kraft haben, einen einzigen Schritt zu gehen, so sollten wir diesen Schritt auch gehen. Und nicht von vornherein sagen: Ich kann sowieso nicht weiter gehen. Ich schaffe es nicht.

Ein Schritt bringt uns in neue Situationen, lässt uns Menschen kennenlernen, wir bekommen neue Informationen. All dies führt dazu, dass man den nächsten Schritt machen kann. Man bekommt Mut, Inspiration, sieht klarer, in welche Richtung man gehen soll. Fatal wäre es, im Kämmerlein hocken zu bleiben und nur zu träumen oder sich gar zu bemitleiden.

Nur einen Schritt!

Und der letzte Satz geht an alle, die so gestrickt sind wie ich: Man kann ALLES im Internet nachlesen. Aber wir müssen es im realen Leben auch MACHEN. Nur Wissen alleine hilft nicht. Wer Schwimmen lernen will, muss ins Wasser gehen. Punkt.

 

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