Unsere Lunge ist das Organ, um das wir uns in den letzten Wochen am meisten sorgen. Die Frage ist, warum nur in der letzten Zeit? Weil plötzlich ein Virus um die Ecke kommt und sich mit gefletschten Zähnen auf bzw. in unsere Lunge stürzt und uns zu Tode beißt? Die Lunge ist eine Verbindung unseres Körpers zur Außenwelt. Sie hat Kontakt zu dem, was sich außerhalb unseres Körpers befindet. Ähnlich wie unsere Haut. Nur dass sich der Kontakt der Lunge auf die Luft beschränkt, im Idealfall. Sie ist ein Interface, wie es digital so schön heißt.

Die Lunge ist ein recht großes und recht leistungsfähiges Organ. Wir nutzen im normalen Leben unsere Lunge nicht in einer optimalen Art und Weise. Damit meine ich, dass wir nicht die vorhandene Kapazität nutzen, wir atmen flach, wir atmen schnell, wir atmen falsch. Je nach Typ fällt uns die Einatmung leichter oder die Ausatmung. Wir atmen unbewusst.

Selbstverständlich müssen wir nicht bewusst atmen und das 24 Stunden am Tag, damit wären wir total überfordert. Glücklicherweise hat es die Natur so eingerichtet, dass der Körper selbständig atmet. Aber das heißt ja nicht, dass wir unsere Atmung vollkommen automatisch ablaufen lassen müssen. Wir können ja durchaus Einfluss nehmen.

Jeder der Yoga macht, oder auch jeder der Sport allgemein macht, weiß, welchen Einfluss diese Tätigkeit auf die Atmung hat und auch auf die Entwicklung der Lungenkapazität. Wir spüren unsere Lunge, unsere Atmung deutlicher und wir atmen tiefer. Wir atmen vollständiger. Ganz speziell durch Yoga entwickeln wir ein Bewusstsein dafür und wir entwickeln auch durch die Asanas die Muskulatur, die das Atmen unterstützt. Und diese Muskulatur können wir nach einiger Übung direkt ansprechen und auch kontrollieren, so dass wir dadurch unsere Atmung kontrollieren oder beeinflussen können.

Und hier kommen wir zu den Atemübungen des Yoga. Ich kann nur jedem, der schon einige Zeit Yoga übt, empfehlen sich mit den Atemübungen intensiver zu beschäftigen. Ich möchte hier nicht ausführlich auf die Atemübungen und deren Wirkungen eingehen, sondern nur darauf hinweisen, dass wir durch diese Übungen lernen, vollständig einzuatmen und vollständig auszuatmen. Normalerweise atmen wir ein bisschen ein und ein bisschen aus. Wir atmen nie so weit ein, dass unsere Lunge mit der „frischen“ Luft ganz gefüllt ist. Und wir atmen nie so weit aus, dass sämtliche verbrauchte Luft unsere Lungen verlässt, oder auch nur ein größerer Teil davon. Es bleibt immer ein Rest zurück. Längerfristig führt das dazu, dass sich mehr Keime in unserer Lunge ansiedeln und wohlfühlen. Wie das Putzen unserer Wohnung notwendig ist, damit sich kein Dreck und Ungeziefer ansammelt, so ist das „Putzen“ unserer Lunge notwendig, damit sie gesund bleibt.

Also, übt Pranayama (Atemübungen)!

Wenn wir so auf die Gesundheit unserer Lunge bedacht sind, gibt es noch einen weiteren Aspekt, den ich gerne ansprechen möchte. Das ist die Wirkung unserer Ernährung auf die Lunge. Jeder hat wahrscheinlich schon mal die Erfahrung gemacht, dass die Lunge verschleimt ist, man schlecht atmen kann, Schleim abhusten muss. Das kennen wir von mehr oder weniger starken Erkältungen. Die Verschleimung der Lunge wird allerdings auch durch verschiedene Nahrungsmittel und Getränke beeinflusst bzw. gefördert. Je mehr wir durch unsere Ernährung eine Verschleimung der Lunge fördern, desto anfälliger sind wir für Atemwegserkrankungen.

Welche Nahrungsmittel sind das nun? Allen voran Milchprodukte, fettige oder fetthaltige Nahrung, Zucker und alle zuckerhaltigen Produkte, weißes Mehl, Fleisch und Fleischerzeugnisse. Aber auch alle gebackenen Produkte, Mehlprodukte (Brot, Kuchen, etc.), Alkohol. Alles Dinge, die für die Darmgesundheit nicht gerade förderlich sind. In der fernöstlichen Heilkunde ist die Lunge mit dem Dickdarm korreliert. Leiden wir an schlechter Darmgesundheit und schlechter Verdauung, können wir sicher sein, dass auch unsere Lunge dadurch in ihrer gesunden Funktion beeinträchtigt ist.

Wir wissen heute, dass unser Immunsystem eng mit der Darmgesundheit zusammenhängt. Aber wer denkt bei Angst vor einem Virus, das unsere Lungen befällt, zuallererst an seine Darmgesundheit?

Was ist noch schlecht für die Verdauung? Übermäßiges Essen. Intervallfasten hat mittlerweile fast jeder schon mal gehört. Wäre vielleicht mal einen Versuch wert. Mit vollem Magen ins Bett gehen. Wer dann schlafen kann, ist glücklich, fühlt sich aber am nächsten Morgen vielleicht nicht unbedingt wohl. Ungenügende körperliche Betätigung. Sport wird uns zurzeit schwerer gemacht als sonst.

Man kann auch nicht sagen: Ich habe keine Erkältung, meiner Lunge geht es gut – ich kann regelmäßig auf die Toilette, meinem Darm geht es gut. Nehmen wir auch nur Anzeichen von selbstgewählter gesellschaftlicher Isolation, Traurigkeit, Frustration, depressiver Verstimmung, Egozentrismus und Faulheit bei uns wahr, dann geht es unserem Darm genauso: Faul und träge und nicht bei voller Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Ein träger und ungesunder Darm führt auch dazu, dass wir selber eher passiv werden. Wir kümmern uns nicht mehr so um unser körperliches Wohlergehen, wir missachten vermeidbare Gefahren, wir geben uns in die Obhut derer, die selber keine Ahnung haben. Wir entwickeln ein geringeres Interesse daran, unsere (gesunden) Bedürfnisse zu befriedigen, weil wir dazu einfach zu träge sind.

Pflege deinen Darm, dann geht es deiner Lunge gut und deinem Gemüt ebenso. Je gesünder der Darm, desto weniger leicht machst du es Krankheitserregern. Welcher Art auch immer.

 

 

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